EuroCheck3D -- Dreidimensionale Rekonstruktion und Qualitätsbewertung von Ladungsträgern mittels stereoskopischer Smartphones in der Logistik
SS 2012, WS 2012/2013
8 SWS pro Semester
Dr. Frank Weichert, Informatik VII (Graphische Systeme),
OH16, R.121, Tel.: 6122, E-Mail: frank.weichert@tu-dortmund.de
Constantin Timm, Informatik XII (Entwurfsautomatisierung Eingebetteter Systeme),
OH16, R.105, Tel.: 6144, E-Mail: constantin.timm@cs.uni-dortmund.de
Andreas Hörsken, Fraunhofer IML (Verpackungs- und Handels\-logistik),
Joseph-von-Fraunhofer-Str. 2-4, Tel.: 9743-618, E-Mail: andreas.hoersken@iml.fraunhofer.de
Dienstag, den 20.12. um 14.00 Uhr in der OH14, Raum E04
Folien der Projektgruppenvorstellung im pdf-Format: PG-Praesentation_EuroCheck3D.pdf (0.8 MB)
a) Motivation: Im inter- und intralogistischen Bereich ist die Verwendung von Mehrwegladungsträgern und -behältersystemen (s. Abbildung 1) zum Transport von Waren zum Standard geworden – Erfassen, Zählen und Erkennen von Behältern und Ladungsträgern sind dabei ständig wiederkehrende Aufgaben in Mehrwegkreisläufen [4]. Am Beispiel der Europalette, von der in Deutschland ca. 90 Millionen von weltweit 300 Millionen Paletten im Umlauf sind, wird die damit verbundene Komplexität dieser Aufgaben schnell deutlich. Als Mehrwegladungsträger finden sie sich ständig in einem Umlauf/Tausch zwischen Verlader, Empfänger und Transporteur und müssen damit auch immer wieder gezählt, geprüft, palettiert, depalettiert und verbucht werden. Allein das physische Handling und die administrative Verwaltung verursachen Gesamtkosten von jährlich zwischen 560-630 Millionen Euro [5]. Bestehende manuelle und automatische Lösungen zur Handhabung dieser Prozesse genügen bisher nicht den gestellten Anforderungen. So beruhen sie zumeist auf subjektiven visuellen Kontrollen durch Mitarbeiter und auf zumeist noch manuellen, fehleranfälligen Verbuchungen in das IT-System [4, 8]. Bestehende alternative automatisierte Lösungen erfordern meist tiefe Eingriffe in bestehende Prozesse und hohe Investitionen. Technische Prüfsysteme sind zudem häufig fest installiert und nicht flexibel mobil einsetzbar.
Abbildung 1: (a) Foto von einem typischen Logistikzentrum, (b) Versuchshalle am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und (c) exemplarische Darstellung voneinem Mehrwegladungsträger (Europalette) mit Paketen
Ausgehend von diesen Anforderungen ist die Zielsetzung dieser Projektgruppe der Entwurf und die Implementierung einer mobilen Vision-System-Lösung zur Qualitätsbewertung (Fehlerdetektion) und Identifikation von Behältern und Ladungsträgern respektive zur Ermittlung des aktuellen Beladungsstatus. Innerhalb der Projektgruppe soll daher ein System/eine Applikation zur 3D-Rekonstruktion von Europaletten und deren Beladung unter Einsatz von modernen mit 3D-Sensorik ausgestatteten Smartphones (stereoskopisch, s. Abbildung 2(a)) realisiert werden. Da aktuelle Modelle neben immer besseren 2D-CCD-Bilddaten auch stereoskopische 3D-Daten liefern, sollen im Hinblick auf ein optimales Ergebnis explizit 2D- und 3D-Informationen fusioniert und auf dem Handy verarbeitet werden. Dieses ist besonders im Hinblick auf den mobilen Einsatz interessant, da aus Flexibilitätsgründen keine stationäre und dezidierten Tiefensensorik zur Anwendung kommen kann. Insbesondere haben die meisten optischen dezidierten Tiefensensoren eine, für den mobilen Anwendungsfall zu hohe Leistungsaufnahme.
Abbildung 2: (a) Smartphone mit autostereoskopischem 3D-Display und stereoskopischer Kamera
und Darstellung einer mit zwei verschiedenen Klappkisten beladenen Europalette als (b) klassisches CCD-Kamerabild bzw. (c) als dreidimensionales Tiefenbild
Abbildung 3: Schematische Darstellung zum Gesamtkonzept der Projektgruppe
b)Aufgabenbeschreibung: Aus Sicht der Informatik umfasst das Gesamtkonzept der Projektgruppe (s. Abbildung 3) zwei wesentliche Aufgabengebiete. Ein Teilgebiet fokussiert sich auf die digitale Bildverarbeitung/Mustererkennung und 3D-Geometrieverarbeitung bzw. Visualisierung, das zweite beinhaltet den Entwurf und die Implementierung von Konzepten Eingebetteter Systeme. Dabei werden die verschiedenen Aufgabengebiete während der gesamten Projektgruppe parallel bearbeitet. Für die Bild- und Geometrieverarbeitung sind folgende Verarbeitungsschritte angedacht:
Das zweite Teilgebiet der Projektgruppe geht von den o.g. Bildverarbeitungsalgorithmen aus und zielt auf eine effiziente Realisierung dieser Methoden auf Eingebetteten Systemen und auf eine hochperformante Kommunikation mit einer zentralen Datenbank ab. Hierzu sind folgende Arbeitspunkte umzusetzen:
Legende: [V] vorausgesetzt, [M] mindestens eine